Abgeschickt von Sabine Risle am 24 April, 2001 um 22:09:27
Bei einer weiteren umfangreichen Untersuchung inklusive Echokardiogramm wurde der Befund des Persistenten Ductus Arteriosus Botalli (PDA) bei meiner Hündin eindeutig bestätigt. Durch den untersuchenden Arzt erfuhr ich, daß inzwischen die Möglichkeit besteht, den Verschluß des Ductus mit Katheter durchzuführen. Hierbei werden in einer zwei- bis dreistündigen Operation je nach Größe des Gefäßes ein bzw. zwei Drahtspiralen implantiert. Dieser Eingriff wird derzeit in Deutschland in erster Linie in der Universitäts-Veterinärklinik in Gießen erfolgreich durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 2.500,- DM. Bei rechtzeitiger Operation stehen die Chancen für kleine bis mittelgroße Hunde sehr gut. Nach erfolgreichem Eingriff kann der Hund als „gesund" betrachtet werden, ist normal belastbar und erreicht auch ein normales Alter. Da bei dieser Methode der Brustkorb nicht eröffnet werden muß, erholt sich der Hund sehr schnell wieder. Nach drei bis vier Tagen darf er normalerweise schon wieder nach Hause und kann sein gewohntes Leben weiterführen. Je nachdem, wie stark das Herz bereits vorgeschädigt ist, erholt es sich nach einigen Monaten wieder vollständig. Da die PDA eine genetische Herzmißbildung ist, darf mit dem Hund nicht gezüchtet werden.
Außer dem typischen Herzgeräusch (ein eintaktiges hohles Pochen, auch als „Maschinengeräusch" bezeichnet) zeigte meine Hündin keine äußerlich erkennbaren Anzeichen für die PDA. Die Röntgenaufnahmen des Herzens zeigten aber schon allein in den sechs Wochen von der Diagnose bis zum OP-Termin eine erschreckende Vergrößerung. Ohne die Operation wäre sie aufgrund des rapiden Verlaufs kaum älter als ein Jahr geworden. Bei Verdacht auf eine Herzerkrankung, besonders aber der PDA , empfehle ich dringend, sich schnellstmöglichst an einen erfahrenen Kardiologen zu wenden.
Eine Fehldiagnose oder zu späte Behandlung kann ihren Hund das Leben kosten!